Beschreibung
Termin ab: 24.06.2027bis: 26.06.2027Kosten: 700,00 €
Termin: 24.06. – 26.06.2027
Kurs-Nr.: 27.RO.01
Referentin: Kathrin Grobelnik, Lehrerin am Dr. Ida Rolf Institute® Europe und am Dr. Ida Rolf Institute (USA)
Zielgruppe: Physiotherapeuten, Osteopathen, Heilpraktiker, Körpertherapeuten Trainer mit therapeutischem Hintergrund
Unterrichtseinheiten: 30
Fortbildungspunkte: 30
Kursgebühr: 700,00 €
kostenl. Serviceleistungen: Skript und Pausenverpflegung
Kursbeginn: 09.00 Uhr
Kurszeiten: 1. – 3. Tag von 09.00 – 17.00 Uhr
Inhalte:
Wie beeinflusst Rolfing® die Körperhaltung und Beweglichkeit durch Arbeit an den Faszien und mit der Schwerkraft?
Rolfing® ist eine manuelle Körperarbeit, die von Dr. Ida P. Rolf entwickelt wurde. Ziel ist es, den Körper so zu organisieren, dass er sich müheloser im Schwerefeld der Erde aufrichten und bewegen kann. Im Zentrum steht das Fasziensystem – das dreidimensionale Bindegewebsnetzwerk, das Muskeln, Organe und Strukturen miteinander verbindet.
Faszien als Schlüsselstruktur
Faszien reagieren auf Belastung, Bewegung und Haltung. Chronische Spannungsmuster, Schonhaltungen oder emotionale Stressreaktionen können zu Verdickungen, Verkürzungen und veränderten Zugrichtungen führen.
Rolfing® arbeitet durch:
gezielte, langsame manuelle Impulse
differenzierte Wahrnehmung von Gewebespannung
Einbeziehung funktioneller Bewegung
Schulung der Körperwahrnehmung
Das Ziel ist nicht primär „Entspannung“, sondern strukturelle Balance .
Die Rolle der Schwerkraft
Rolfing® betrachtet den Körper stets im Verhältnis zur Schwerkraft.
Ein Körper, der gut organisiert ist,
benötigt weniger muskuläre Haltearbeit
verteilt Druck gleichmäßiger
kann Energie ökonomischer nutzen
Statt gegen die Schwerkraft zu arbeiten, wird der Körper eingeladen, sich mit ihr und in ihr zu organisieren . Aufrichtung entsteht nicht durch Kraft, sondern durch Ausrichtung.
Ein alternativer Blickwinkel auf Haltung und Beweglichkeit
Durch die Neuorganisation des Fasziensystems zeigen sich:
verbesserte Aufrichtung
freiere Atmung
größere Gelenkbeweglichkeit
· effizientere Bewegungsabläufe
· gesteigerte Körperwahrnehmung
Beweglichkeit entsteht dabei nicht nur durch Dehnung, sondern durch eine veränderte Spannungsverteilung im gesamten System.
Wie können wir Therapeuten diese Konzepte nutzen?
In unserem Workshop trainieren und integrieren wir zentrale Prinzipien der Rolfing®.Methode:
1. Arbeit im Kontext der Schwerkraft
Patient:innen im Stand oder in funktionellen Positionen beobachten und analysieren
Haltung nicht isoliert, sondern global betrachten
2. Faszienorientierte Techniken integrieren
Langsame, schmelzende Faszientechniken unter Einbeziehung der Wahrnehmung und kleiner Bewegungen der Patient:innen
Spannung nicht lokal, sondern systemisch verstehen
Beschwerden nicht nur symptomatisch behandeln, sondern Zusammenhänge im gesamten Körper einbeziehen
3. Wahrnehmung schulen
Klient:innen in Bewegungsprozesse einbeziehen
Nachspüren lassen: „Wie fühlt sich das jetzt im Stand an?“
Integration durch kleine funktionelle Bewegungen nach manueller Arbeit
Unterschiede zwischen ökonomischer Bewegung und kraftraubender Bewegung erkennen
4. Nachhaltigkeit durch Integration
Alltagsbewegungen reflektieren
Mikrobewegungen zur Neuorganisation vermitteln
Aufrichtung als Prozess verstehen, nicht als starre Haltung
Was kann der Workshop für uns als Therapeuten noch zusätzlich bringen:
- - Reflektion über eigene Haltungsmuster während der Arbeit
- - Wahrnehmung für die eigene Körperausrichtung im Schwerkraftfeld der Erde während der Arbeit stärken
- - Klare Arbeitsvektoren bei Interventionen durch Anwendung der Prinzipien der ökonomischen Bewegungen
Rolfing® zeigt, dass Haltung kein statisches Konstrukt ist, sondern das Ergebnis dynamischer Spannungsverhältnisse im Fasziensystem – eingebettet in das Schwerefeld der Erde.
Für Therapeut:innen bedeutet das:
Weniger isolierte Muskelarbeit – mehr systemisches Denken. Weniger „Korrigieren“ – mehr Organisieren.